50 Euro im Monat. Mehr braucht es nicht. Klingt wenig — ist aber alles, was den Unterschied zwischen Rentenmangel und Komfort ausmachen kann, wenn du jetzt damit anfängst. Die schlechte Nachricht: Jedes Jahr, das du wartest, wird dieser Unterschied teurer. Nicht ein bisschen. Spürbar.
Ich zeige dir, was als Student konkret möglich ist, welche Optionen du sinnvoll nutzen kannst — und was dir ein Versicherungsvertreter lieber nicht sagt.
Das Wichtigste in Kürze
- Schon mit kleinen Beträgen ab 50 Euro im Monat profitierst du im Studium vom enormen Zinseszinseffekt für deine spätere Altersvorsorge.
- Ein flexibler ETF-Sparplan über Online-Broker ist für Studenten ohne festes Einkommen die beste Wahl, da du ihn jederzeit pausieren kannst.
- Rürup- und klassische private Rentenverträge lohnen sich im Studium meist nicht, weil dir das steuerpflichtige Einkommen oder die nötige Flexibilität fehlt.
- Dein ETF-Depot ist kein Notgroschen für kurzfristige Ausgaben wie eine WG-Kaution, sondern ausschließlich für den langfristigen Vermögensaufbau gedacht.
Warum der Start im Studium mehr wert ist als ein Start mit 35
Das Rentenniveau liegt 2026 bei rund 48 % des letzten Nettos. Laut Deutscher Rentenversicherung. Wer heute 2.500 € netto verdient, bekommt im Ruhestand grob 1.200 € gesetzliche Rente — und das noch ohne die Lücken, die Studienzeiten, Teilzeit oder Karrierepausen hinterlassen.
Jetzt kommt die Zahl: Wer mit 27 anfängt, braucht für zusätzliches Kapital von 100.000 € bei 6 % Durchschnittsrendite rund 50 € pro Monat. Wer mit 47 anfängt: rund 230 €. Gleiche Summe am Ende — viermal die monatliche Belastung. Das ist Zinseszins. Er arbeitet ausschließlich für diejenigen, die früh anfangen.
Konkret: 40 € monatlich ab 21, ETF mit 6 % p.a. bis Rente mit 67 — macht rund 105.000 €. Wartest du bis 31 — also 10 Jahre — kommst du auf rund 55.000 €. Dieselbe Rate, die Hälfte des Ergebnisses.
Wie du das konkret in 30 Minuten einrichtest, erklärt dir die ETF-Sparplan-Anleitung für Studenten.
Was ohne festes Einkommen wirklich geht
Kein Pflichtbeitrag in die Rentenversicherung, schwankendes BAföG, Nebenjob mal mehr mal weniger. Was ist realistisch?
ETF-Sparplan — die klare Empfehlung
Kein Einkommen nötig. Kein laufender Vertrag, der dich bindet. Du zahlst ein, was du kannst — 25 €, 50 €, oder manchmal auch nichts. Broker wie trade republic oder scalable capital bieten Sparpläne ab 1 € ohne Depotgebühren. Diese Flexibilität ist genau das, was du im Studium brauchst.
Keine staatliche Förderung — dafür: keine Bindung, transparente Kosten, historisch die höchste Rendite über 15+ Jahre.
Riester — meistens nicht, Ausnahme: Werkstudenten
Riester setzt Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung voraus. Standard-Studenten haben die nicht. Ausnahmen: Werkstudenten über 556 € monatlich und Studierende im dualen Studium. Wenn du dazugehörst: Die Grundzulage beträgt 175 € im Jahr — kein Vermögen, aber gratis.
Das neue Altersvorsorgedepot ab 2027
Bundestag beschlossen am 27. März 2026, Bundesrat am 8. Mai 2026. Riester-Nachfolger mit ETF-Investitionen. Für Studenten ohne Rentenversicherungspflicht: keine Förderung zugänglich. Für Werkstudenten: bis zu 180 € staatlicher Bonus pro Jahr — plus einmalig 200 € bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag.
Rürup — fast immer nein
Rürup rechnet sich über Steuerersparnis. Ohne steuerpflichtiges Einkommen gibt es keine Steuerersparnis. Ende.
Private Rentenversicherung — nein
Hohe Kosten, intransparente Rendite, keine Flexibilität über Jahrzehnte. Im Studium, wo du nicht weißt, was in drei Jahren kommt, ist ein 30-Jahres-Versicherungsvertrag die schlechteste Entscheidung, die du treffen kannst.
Den vollständigen Vergleich aller Optionen — mit Tabelle, Steuer-Check und Werkstudenten-Sonderfall — findest du im Altersvorsorge-Vergleich für Studenten 2026.
Bild KI-generiert · mehr erfahren, wie wir KI einsetzenWie viel sparen als Student — die ehrliche Zahl
Es gibt keine magische Zahl. Es gibt eine Zahl, die sich nicht wehtut.
- BAföG-Empfänger: 15–25 € im Monat sind realistisch
- Studenten mit Nebenjob: 30–60 € sind ein solider Startpunkt
- Werkstudenten: 50–100 € — hier lohnt sich eine kurze Rentenlücken-Berechnung
Wichtig: Dein ETF-Depot ist kein Notgroschen. Der gehört aufs Tagesgeld — für WG-Kaution, Masterstudium, Erstausstattung. Alles, was du in den nächsten Jahren möglicherweise brauchst, gehört nicht ins Depot.
Häufige Fragen
Zählt das Studium für meine spätere Rente?
Ja, aber begrenzt. Studienzeiten gelten als Anrechnungszeiten ab dem 17. Geburtstag, maximal 8 Jahre gemeinsam mit Schulzeiten. Sie zählen für Mindestwartezeiten — erhöhen aber deinen Rentenpunkt-Stand nicht. Für Studienzeiten bekommst du keine Entgeltpunkte.
Kann ich als Student Altersvorsorge steuerlich absetzen?
Kaum. Riester setzt Rentenversicherungspflicht voraus. Rürup ist absetzbar, bringt aber ohne nennenswerte Steuerlast nichts. ETF-Sparpläne sind steuerlich nicht absetzbar — dafür flexibel und kostengünstig.
Soll ich lieber Schulden tilgen oder Altersvorsorge starten?
Konsumkredite über 4–5 % Zinsen: erst tilgen. Zinsfreie Studienkredite unter 3 % (z. B. KfW): Depot und Tilgung parallel laufen lassen.
Kann ich meinen Sparplan jederzeit pausieren?
Bei ETF-Sparplänen über Online-Broker: ja, jederzeit kostenlos. Das ist der Hauptvorteil gegenüber Riester oder Rentenversicherungen.
Was du diese Woche machst
Depot eröffnen. Sparplan einrichten. Betrag wählen, der sich nicht wehtut. Dann läuft es.
Wenn du nach dem Studium arbeitest und dein Einkommen steigt, zeigt dir Altersvorsorge mit 25 starten, wie du die Sparrate sinnvoll erhöhst.
Optimieren kannst du immer noch. Den ersten Monat Zinseszins verpasst du genau einmal.
Keine individuelle Anlageberatung. Bei größeren Entscheidungen — Altersvorsorgedepot 2027, Rürup-Abschluss — Honorarberater (auf Stundenbasis, keine Provision) einschalten.